Dienstag, 19. Mai 2015

Island ruft

In ein paar Tagen ist es soweit. Dann stehen wir mit unseren Koffern auf dem Flughafen Keflavik um von dort aus zehn Tage das Land zu erkunden, das seit vielen Jahren ganz oben auf unserer Reiseliste thront. Island sei ein Traum. Das sagt jeder. Ob er da war oder nicht.


Erzählt man Freunden oder Bekannten, das man nach Island reist, dann löst das - ähnlich wie das Wort "Paris" einen interessanten Automatismus aus. Der Mund des Gegenübers verformt sich zu einem verliebten "Ohhh", die Augen versinken in der Ferne und dann folgt bei denen, die noch nicht dort waren, der Satz: "Ja, da will ich auch unbedingt mal hin.", während diejenigen, die Island schon bereist haben, aus dem Schwärmen nicht mehr heraus kommen.

Die Polarlichter, die Geysire, die Wasserfälle, die Natur, die Pferde, die Gletscher, die Weite, die Farben, die Schönheit, die Wale, die Vulkane, die Einsamkeit, die Elfen - es gibt Tausendundeinen Grund Island zu bereisen und jeder für sich genommen, würde ausreichen, sein Bündel zu schnüren und in Richtung Nördlicher Polarkreis aufzubrechen.

@von meiner Tochter Nina
Ich weiß gar nicht mehr, wann es mich zum ersten Mal gepackt hat. Wann das Gefühl aufkam, dass ich nicht von dieser Welt gehen will, ohne Island besucht zu haben. Schuld daran sind wahrscheinlich die Elfen. Diese wunderbaren, zarten Naturgeschöpfe, die in der Snorra-Edda - den alten isländischen Helden- und Göttersagen zum ersten Mal auftauchten. Ich liebe Elfen und da man ihnen nirgends auf der Welt so nah kommt, wie in Island, ist es für mich ein Muss, endlich mal einen Fuß auf diese Insel und damit in ihre Heimat zu setzen. Auch wenn das für einige unter Euch absonderlich oder abgefahren, crazy oder total bescheuert klingen mag - ich lebe schon so lange wie ich denken kann, mit dem Wissen, dass es neben all dem, was unsere Sinne wahrnehmen können, noch eine andere Dimension gibt. Etwas, das wir spüren können, wenn wir still sind, wenn wir keine Ablenkung zulassen. Wir in unserem modernen Getöse haben dieses Wissen und die Fähigkeit der Wahrnehmung so gut wie verdrängt und vielleicht ist Island deshalb so prädestiniert für außersinnliche Erfahrungen, weil dort die Natur noch so unmittelbar ist, weil man so dicht an den Elementen und gleichzeitig so nah bei sich selbst ist.


Jeder, der Island besucht hat, kennt diesen Zauber. Man ist nicht einfach nur da, um sich etwas anzuschauen. Island ist kein Reiseland im herkömmlichen Sinne. Dort arbeitet man keine Sehenswürdigkeiten ab, auch wenn einige Reiseunternehmen diesen Eindruck gern vermitteln. Aber jeder, der zurückkommt, weiß, dass Island anders - eine allumfassende, sinnliche Erfahrung ist. Vielleicht nicht so romantisch, wie sich das viele vorstellen, sondern eher rau, gewaltig und absolut wach und lebendig. Auf Island reist man nicht. Auf Island ist man eins mit allem. Und so seltsam es klingen mag, Menschen, die Angst vor der Begegnung mit sich selbst, vor der Begegnung mit der Essenz des Lebens haben, die werden nie nach Island reisen. Selbst wenn sie, wie eingangs beschrieben, einen verzückten Gesichtsausdruck auflegen, wenn der Name fällt.

Abgesehen davon ist Island für jeden, der gern fotografiert ein Traum. Wenn es nicht gerade aus Kannen gießt oder Nebel die Sicht verhängt, dann reiht sich ein pitoresker Ort an den nächsten. Gute Voraussetzungen also um Speicherkarten zu füllen. Da es, wie gesagt, unsere erste Tour auf diese Insel ist, haben wir uns die Route und die Unterkünfte vom Reisebüro Island-Reisen zusammenstellen lassen.  Ich werde, so es die Internetverbindung zulässt, hier auf dem Blog über meine Erfahrungen berichten und freue mich, wenn Ihr mich begleitet oder in den Kommentaren etwas über Eure Island-Erfahrungen schreibt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen